Eigentlich müsste er ja gar nicht mehr auftreten. Denn nach den
Gesetzen der Marktwirtschaft ist das unnötig geworden. Eine tolle
Verpackung und eine gute Werbung - das reicht doch in Zeiten der
"Ich-AG". Trotzdem hat sich der Doyen des österreichischen Kabaretts
mit seinem 21. Soloprogramm eine Nachspielzeit verordnet und plaudert
mehr oder weniger frei vor sich hin: Von den Endspielen der Evolution
(Homo sapiens gegen Neandertaler) über den Kalten Krieg bis in die
Niederungen aktueller österreichischer Innenpolitik.
Überhaupt ist
Resetarits diesmal deutlich "politischer" und um der Wahrheit auf die
Schliche zu kommen, benutzt er einfache Beispiele aus dem echten Leben
oder der Tierwelt. Dabei ist er weit entfernt von einem raunzerischen
Lamentieren das der Depression einheizt, sondern ein
leidenschaftliches, pointiertes Erzählen mit Witz und Verstand, dem man
stundenlang folgen möchte. Wie übelich wird er dabei von Robert Kastler
musikalisch begleitet.
Lukas Resetarits

Nachspielzeit
Kabarett | ÖsterreichSamstag, 30.07. | 20:30
